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Nano – was ist das?

Der Begriff “Nano” für sich betrachtet, steht nur für sehr, sehr klein. Riskant klingt der Wortursprung aus der altgriechisch Sprache “????? – nános” für Zwerg, nicht. Begriffe, wie Nanoteilchen, Nanotechnik oder Nano-Food sind Sammelbegriffe, bei dem kleinste Teilchen eine Rolle spielen.

Als Nanoteilchen darf alles definiert werden, von der Größe eines Atoms, bis zu Strukturen mit 100 Nanometern (nm). Ein Nanometer entspricht 1 milliardstel Meter. Nanoteilchen kommen in der Natur vor und können künstlich hergestellt werden. Bis zu diesem Punkt wirkt der Zwerg “Nano” harmlos und beherrschbar.

Nanotechnik – Zwerge mit großem Potenzial

Die Nanotechnologie wird gern als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Die geringe Größe der Teilchen weckt Begehrlichkeiten in der Forschung und Industrie. Auf monokularer Ebene lassen sich die Dinge des täglichen Gebrauchs manipulieren. Die Eigenschaften eines Werkstoffs können dem Bedarf genauer angepasst werden.

So wäre es beispielsweise möglich, Porzellan flexibel zu machen. Der praktische Nutzen erschließt sich jedem Spülmaschinenbenutzer sofort. Teller und Tassen würden beim Reinigungsprozess nicht mechanisch geschädigt. Das Service könnte über Generationen halten, auch wenn einmal ein Teller herunterfällt.

Darüber hinaus könnte, um bei diesem Beispiel zu bleiben, die Hygiene noch weiter verbessert werden. Durch die Nanotechnologie sind Werkstoffe herstellbar, die ein Festsetzen von Ablagerungen verhindern würden. Auf dieser Basis arbeiten heute schon die Nano-Polituren für das Auto. Weltweit entsprach 2012 das Marktvolumen durch Nanotechnik einer Größenordnung von etwa 16 Milliarden US-Dollar. – Tendenz steil ansteigend. Bis 2017 wird mehr als eine Verdopplung des Volumens prognostiziert.

Gefahren durch Nano-Technik

Jede neue Technik kann Chancen für die Menschheit mit sich bringen und für neue Gefahren sorgen. Wie groß das Potenzial der Chancen ist, lässt sich anhand der weltweiten Umsatzzahlen erahnen. Trotzdem steht die Forschung noch ganz am Anfang. Gezielt erforscht wurden einzelne Anwendungsgebiete. Die Erforschung der Gefahren, die von jeder neuen Technologie ausgehen können, steht leider noch weit zurück. Echte Langzeitstudien sind bei dieser neuen Technologie noch nicht möglich.

Trotzdem wird Nanotechnik in vielen Bereichen bereits eingesetzt. Etwa 1600 Produkte, die durch Nanotechnik verändert wurden, sind bereits auf dem Markt. Etwa 66 Prozent aller Verbraucher, denen Nanotechnik bekannt ist, belegen den Begriff mit positiven Erwartungen. Nur beim Einsatz von Nano-Food steigt die Zahl der Skeptiker. Wie gefährlich das Fehlen von Langzeitstudien, vor flächendeckender Verbreitung auf dem Markt sein kann, zeigt das Rauchen.

Nanotechnologie nicht die erste unerkannte Gefahr – fehlende Langzeitstudien

Als Tabakwaren in Europa zum Konsumgut wurden, galt das Rauchen als “schick”. Später prägte die Werbung das Rauchen zum Inbegriff der Männlichkeit. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg galt ein Mann, der nicht rauchte, als Weichei. Er wurde gemobbt und ausgegrenzt für seine “Schwäche”. Heute sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

Beim Rauchen waren es nur drei Produkte, die, mangels Langzeitstudie vor Markteinführung, für das Risiko sorgten. Zigaretten, Zigarren und die Pfeife, wobei sich jeder Raucher außerdem freiwillig für seine Sucht entschieden hat. Das damals fehlende Risikobewusstsein wirkt noch bis heute nach. Im Vergleich, zum Gefahrenpotenzial von drei Tabakprodukten, ist das Risiko durch die Produktvielfalt der Nanotechnologie, ungleich höher.

Die freie Entscheidung Nanotechnologien auszuweichen, hat kein Verbraucher. Vermeidbar mag es sein, den Sonnenschutz mit Nanoteilchen auf die Haut aufzubringen. Schwieriger wird es bereits, bei Lebensmittelverpackungen zu erkennen, ob Nanotechnik für eine bessere Haltbarkeit der verpackten Waren sorgt. Obendrein, so wird geschätzt, befinden sich etwa 150 verschiedene Nano-Food-Lebensmittel im Handel und zahllose Lebensmittelzusätze.

Unmöglich ist es sich zu schützen, wenn wieder an das Beispiel der Nanolackversiegelung gedacht wird. Feinste Partikel lösen sich während der Fahrt vom Auto. Sie sammeln sich, einfacher Logik folgend, vermutlich in den Lungen aller Verkehrsteilnehmer. Im Gegensatz zu Passivrauchern, die Gefahr sehen und riechen, merkt davon niemand etwas. Nicht sofort etwas zu merken, wie erneut die Parallele zum Passivraucher beweist, bedeutet nicht, dass es keine negativen Auswirkungen hat.

Nanotechnik – die reale Gefahr ist erkannt

Versicherungsgesellschaften versichern gern alles und jeden, wenn das Risiko einschätzbar bleibt. Am Ende steht immer ein Profit für den Versicherer. Mit unbegrenzter Deckungssumme darf gern jedes Kraftfahrzeug für den Straßenverkehr versichert werden. Normalerweise ist es eine Frage der Prämienhöhe, wie umfassend der Versicherungsschutz ausfällt. Nur erkannte Risiken schließen Versicherungsgesellschaften entweder aus oder begrenzen den Versicherungsschutz.

Aufhorchen sollten Verbraucher, wenn Rückversicherer vor unbegrenzten Haftungsübernahmen für Hersteller von Produkte mit Nanotechnologie warnen. Der Nano-Experte der Allianz (Michael Bruch) wird mit den Worten zitiert: “.. es gibt etliche Fragen, aber noch keine klaren Antworten”. “Unbeabsichtigte Langzeiteffekte auf die Gesundheit und Umwelt sind nicht auszuschließen”.

Was sagen Toxikologen – Nanotechnik in Sportartikeln

Tennisschläger müssen besonders hohen Belastungen standhalten. Moderne Nanotechnik (Kohlenstoff-Nanoröhrchen) sorgt zuverlässig dafür, dass die Schläger, aber auch Surfbretter, bruchsicher werden. Im Tierversuch wiesen Toxikologen nach, dass das Material ähnliche krebserregende Auswirkungen, wie Asbest hatte.

Noch etwas Erschreckendes förderte die Forschung zutage. Die krebserregende Wirkung steigt offensichtlich an, je kleiner die Teilchen werden. Titandioxid-Nanopartikel führten bei Versuchsratten deutlich häufiger und sogar bei geringerer Dosierung zu Entzündungen, als bei Titandioxid-Partikel in Originalgröße.

Forscher der Uni Koblenz entdeckten weitere toxische Nano-Effekte bei Wasserflöhen. Titandioxid-Nanopartikel verkleben den Panzer der Tiere. Die Partikel verschlechterten die Bewegungsfreiheit und den Häutungsprozess. Das wirklich Erschreckende des Versuchs zeigte sich in der nächsten Generation der Wasserkrebse. Sie reagierten deutlich empfindlicher auf Nanopartikel, als die Eltern. Der Verdacht genetischer Veränderungen durch Nanopartikel drängt sich förmlich auf.

Bedenklich für die Umwelt an diesem Experiment ist, dass Nanopartikel in Sonnencremes mittlerweile weit verbreitet sind. Beim Baden gelangen sie in die natürlichen Badeseen.

Ungelöste Probleme – Entsorgung

Viele Produkte, die durch den Einsatz von Nanotechnologie die Gebrauchsfähigkeit verbessern, mögen für den Verbraucher zunächst unbedenklich sein. Niemand schnüffelt an seinem zerbrochenen Tennisschläger. Bisher unbewiesen ist, die Überwindung der natürlichen Schutzschwelle des Gehirns, durch Nanopartikel im Blut. Ungeschützt in der Sonne zu liegen wäre voraussichtlich ein größeres Krebsrisiko, als eine Sonnencreme mit Nanopartikeln zu verwenden.

Doch, was geschieht, mit den Produkten, wenn die Nutzungsdauer beendet ist? Welche Gesundheitsgefahren birgt die Wiederverwertung? “Am Tennisschläger riechen” ist nicht das größte Gesundheitsrisiko für den Tennisspieler. Erst beim Schreddern des Kunststoffs werden die Partikel unkontrollierbar in die Luft geblasen. Ein Vergleich mit der Atomenergie liegt näher als erwartet. Atomstrom ist der sauberste Strom überhaupt, wenn das Unfallrisiko und die Entsorgung unbeachtet bleiben. Werden diese Risiken mit einbezogen, wird aus der “sauberen Energie” ein Strahlenrisiko für Millionen von Jahren.

Nanotechnologie mag in vielen Bereichen das Leben verbessern, unkritisch darf die Entwicklung trotzdem nicht betrachtet werden. Ein Risiko besteht so lange, bis es durch Langzeitstudien grundsätzlich ausgeschlossen werden kann oder riskante Produkte grundsätzlich verboten würden.